Warum das Strafjournal geht

Liebe Leser,

Strafjournal.com gibt es nun bereits seit fast einem Jahr und versorgt seine Leser mit Beiträgen und Lesenswertem zum Strafrecht. 

Die Besucherzahlen und Statistiken zeigen, dass das Strafjournal (nach schleppendem Anlauf) zunehmend Anklang fand. Insbesondere die Artikel zum Anti-Doping-Gesetz und die aus der Kategorie "Basics", sowie die Serie zum Straßenverkehr erfreuen sich immer noch größter Beliebtheit. Es gab sogar Empfehlungen von namhafter Quelle und einen Wikipedia-Eintrag. Nicht schlecht, wie ich finde.

Ein bisschen stolz bin ich auch auf die Artikelserie zum Tötungsvorsatz bei Raserdelikten und dass ich die fachliche Arbeit von Dr. Gunhild Godenzi und Dr. Bächli-Biétry zu diesem Thema im Strafjournal erstmalig einem größeren deutschen Publikum präsentieren konnte. Es war ein Ergebnis originärer Recherche zu einem Thema welches dem juristischen Publikum - abgesehen von vereinzelten Personen - in Deutschland nicht bekannt war. (unglaublich: tatsächlich habe ich die Artikel auf den letzten Seiten einer mehrtägigen Google-Recherche ausgegraben). Ich bin mir sicher, dass ihre Arbeit nun in die deutsche Rechtsprechung Eingang finden wird.

Den positiven Besucherzahlen zum Trotz: Stets muss man als Bereitsteller von Inhalten - sprich: Beiträgen - auch hinterfragen, was & wen man mit den Inhalten erreichen will. Die Antwort auf diese Frage wird für mich zunehmend kompliziert. Das spiegelt sich in der Beitragsflaute der letzten Wochen und Monate wider.

Andere Projekte nehmend zunehmend meine Zeit und mein Interesse in Anspruch. Das Schreiben guter Beiträge erfordert aber sehr viel Zeit und Liebe zum Detail.

Auch kommt es für mich nicht in Frage, einen Jurastudenten mit dem Verfassen von Beiträgen zum Notwehrrecht zu beauftragen. Wer soll das lesen wollen; wo stünde solcher content noch nicht geschrieben?

Fest steht, dass es kein Ziel sein kann, dieses Blog nur um des Blogs willen weiter zu betreiben. Das würde dann in etwa so aussehen, dass es einige wenig originelle Artikel alle ein, zwei Wochen gäbe um die Suchmaschinen zufriedenzustellen. Zu einem absolut langweiligen Thema, welches besser und seriöser im Kommentar oder einer Zeitschrift nachgelesen werden könnte. Oder zum letzten Tatort mit einer Halbwertszeit von 3 Tagen. Garniert mit einer Linksammlung alle paar Tage. Das fände ich wenig inspirierend und qualitätsarm. Wer braucht sowas?

Nein, ein Jurablog muss meines Erachtens hochwertigen und originellen Inhalt bieten. So wie beispielsweise das lesenswerte Burhoff-Blog. Oder das Blog von Prof. Henning E. Müller. Ist dies nicht auf Dauer gewährt, gibt es keine Daseinsberechtigung mehr. Dann sollte man sich besser auf Twitter oder anderen kurzweiligeren Kanälen betätigen. So ehrlich sollte man sich selbst gegenüber sein.

Daher sagt das Strafjournal wenigstens vorübergehend: auf Wiedersehen!

Und: vielen Dank für den Zuspruch, Teilen, die Empfehlungen und schlicht: das Mitlesen! :-)