Richter aus Arkansas soll gegen Sexbilder mildere Urteile ausgesprochen haben

Einem Straftäter soll der Richter 300 Dollar dafür geboten haben, dass dieser - wie die David-Statue von Michelangelo - für ihn nackt posierte.

Einem Straftäter soll der Richter 300 Dollar dafür geboten haben, dass dieser - wie die David-Statue von Michelangelo - für ihn nackt posierte.

Ein Richter aus Arkansas sorgt seit Anfang der Woche in den USA landesweit für Schlagzeilen. Er war am Montag nicht ganz freiwillig von seinem Amt zurückgetreten. Eine staatliche Kommission hatte ihm zuvor vorgeworfen, mehrere tausend Bilder von nackten Angeklagten auf seinem Computer entdeckt zu haben.

Die Judicial Discipline and Disability Commission schrieb am 5. Mai an den Rechtsanwalt des Strafrichters Joe Boeckmann, dass sie rund 4.500 Bilder sichte. Alle Bilder zeigen demzufolge junge Männer, viele davon in nackter Pose, abgelichtet in den privaten vier Wänden des Richters und in dessen Garten.

ie Mehrzahl der unfreiwilligen “Fotomodels” waren in der Vergangenheit als Beschuldigte im Gerichtssaal vor dem Richter aufgetreten. Laut den Vorwürfen hat der Richter die Betroffenen zu den Bildern überredet und ihnen ihm Gegenzug mildere Strafen angeboten.

Die Kommission wird weiter zitiert:

“Es gibt zahlreiche Fotos von nackten jungen Männer, die sich nach vorne beugen, nachdem sie offensichtlich Schläge mit einem Holzpaddle erhalten haben.”

Dies wird verbunden mit der freundlichen, aber bestimmten Aufforderung, auf keinen Fall das hölzerne Schlaginstrument (und damit ein wichtiges Beweismittel) zu vernichten.

Betroffene erheben schwere Vorwürfe gegen den Richter. Die meisten mussten sich wegen kleinerer Vergehen vor dem Richter verantworten. Dieser soll ihnen dann jeweils seine Privatnummer gegeben und sie dazu aufgefordert haben, gemeinnützige “Sozialstunden” bei ihm zuhause abzuleisten. Die Fotos soll er dann als “Beweis” dafür gemacht haben, dass die Strafe abgeleistet wurde.

Wie die Washington Post berichtet, reichen die Vorwürfe bis hin zu den Anfängen der juristischen Karriere von Richter Boeckmann. Es ist von mehr als 100 möglichen Opfern die Rede. Stündlich berichten US-Medien über neue verstörende Details. Der Richter aus Arkansas soll auch einem Betroffenen 300 Dollar gegeben haben, damit dieser wie Michelangelos David vor ihm posiere. Einigen hat er auch Schecks zukommen lassen, vermutlich damit diese die gegen sie verhängten Geldstrafen begleichen konnten. Die Gegenleistung der Geldempfänger dürfte auch in diesen Fällen sexueller Natur gewesen sein.