16-jähriger Engländer wegen Twitter-Bombendrohung verurteilt

Der junge Mann verbringe zu viel Zeit mit seinem Computer, so die Richterin.

Der junge Mann verbringe zu viel Zeit mit seinem Computer, so die Richterin.

Ein 16-Jähriger aus Plymouth, England, entging vor wenigen Tagen nur knapp einer Freiheitsstrafe. Die Strafrichterin ließ zu seinem Glück noch einmal Milde walten. Der Jugendliche war durch zahlreiche Cyberattacken und Bombendrohungen ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft geraten.

Gefängnis erspart

Richterin Diana Baker erwog auch eine Freiheitsstrafe von bis zu 12 Monaten. Den Online-Kriminellen brachte das zur Verzweiflung: Er brach vor Gericht in Tränen aus und entschuldigte sich bei seiner Familie dafür, dass er Ihnen so viel Ungemach bereitet hatte.

Ob das dazu beigetragen hat, dass er doch mit den vergleichsweise glimpflichen 120 “Sozialstunden” davon kam? Jedenfalls spielte eine tragende Rolle in den Erwägungen des Gerichts, dass der Jugendarrest sich auf seinen Werdegang schlecht ausgewirkt hätte.

Zahlreiche Cyber-Angriffe

Der Jugendliche steckt hinter einer ganzen Serie von Online-Attacken auf bekannte Firmen und Organisationen. Unter seinen Opfern ist auch “SeaWorld”, die bekannte Aquarien-Kette. SeaWorld gab laut Staatsanwaltschaft bekannt, dass die Angriffe einen Schaden von rund 465.000 US-Dollar verursachten. Zuzüglich indirekten Kosten von 130.000 US-Dollar für die Aufstockung der Sicherheitsvorkehrungen. Der junge Engländer gab an, die SeaWorld-Angriffe im Kampf für Tierrechte durchgeführt zu haben.

Weshalb er darüber hinaus auch Fluglinien wie Delta Airlines mit Bombendrohungen “beglückte”, ist dagegen nicht bekannt. Per Tweet in dem sozialen Netzwerk Twitter sendete er diesen Hoax an American Airlines ab:

“One of those lovely Boeing airplanes has a tick, tick, ticking in it. Hurry gentlemen, the clock is ticking.”

Zukunftspläne

Es wird sich zeigen, welchen Eindruck die Strafe auf den Jugendlichen hinterlässt. Die Richterin zeigte sich besorgt, dass er zu viel Zeit mit seinem Laptop verbringe. Wenn ich mich richtig an die Geschichte des “Social Engineers” Kevin Mitnick erinnere, hatten jegliche Warnschüsse an den Computer-Kriminellen damals nicht den erhofften Erfolg. Der junge Mann aus Plymouth hat wohl auch nicht vor, seinen PC-Gebrauch einzuschränken: er gab an, in Zukunft Informatik studieren zu wollen. Wünschen mir ihm das Beste für seine Zukunft.

Quelle: BBC.com vom 20. Juli 2016