TV-Tipp: Making a Murderer

Die Doku-Serie “Making a Murderer” ist verfügbar auf dem streaming-Portal Netflix. Sie begeistert die Kritiker. Hier erfahren Sie, warum (spoilerfrei)

Unschuldig? In der Serie geht es um den Mordprozess gegen einen Mann, der schon einmal zu Unrecht hinter Gittern war.

Unschuldig? In der Serie geht es um den Mordprozess gegen einen Mann, der schon einmal zu Unrecht hinter Gittern war.

Worum geht es bei Making a Murderer?

Die 10-teilige Doku-Serie berichtet über den Fall Steven Avery aus dem US-Bundesstaat Wisconsin. Avery wurde 2003 freigesprochen, nachdem er 19 Jahre wegen einer angeblichen Vergewaltigung im Gefängnis saß.

Er hatte aber wenig Glück. Nur zwei Jahre nach seiner Entlassung wurde er erneut eines Verbrechens bezichtigt. Der Vorwurf diesmal: Mord an der 25-jährigen Teresa Halbach. Die Dokumentation konzentriert sich im Wesentlichen auf den Mordprozess und Geschehnisse aus dieser Zeit.

Die Serie und das verfilmte Schicksal schlagen den Zuschauer unweigerlich in ihren Bann. Wird Avery auf Betreiben der US-Justiz etwa ein Mord angehängt, um ihn “mundtot” zu machen? Mit jeder Minute mehr in der man das Geschehen vor dem Bildschirm verfolgt, wittert man einen Justizskandal ungeheuerlichen Ausmaßes. Man ertappt sich selbst deshalb unweigerlich beim Kopfschütteln.

Viel mehr zum Inhalt möchte ich hier nicht verraten. Denn die Serie ist absolut sehenswert!

Reaktionen auf die Serie

Die Kritiken aus der Filmwelt waren sehr positiv. Von Rotten Tomatoes gab es unglaubliche 97%. Siebenundneunzig! Das sind zwei Prozentpunkte mehr als die von Serienfans weltweit verehrte Serie “Breaking Bad” erzielt.

Auch Promis wie Alex Baldwin haben die Serie über den grünen Klee gelobt. Und darüber hinaus zu einem extremen Rummel beitragen. Das Internet ist voll mit Verschwörungstheorien und Hobby-Detektiven, die sich mit dem Fall Avery beschäftigen. Die Serie ist für Netflix ein voller Erfolg.

Kritische Rückmeldung gab es aber von einigen am Fall Beteiligten. Der Staatsanwalt Ken Kratz hat kritisiert, dass wichtige Fakten von den Machern der Serie ausgelassen wurden, die Avery stark belasten. Wenig überraschend bezeichnen die Angehörigen des Opfers die Serie als einseitig. In der Tat hat man als Zuschauer ab und zu das Gefühl, dass Stimmen die Avery für schuldig halten zu wenig zu Wort kommen. Letztlich lohnt es sich, nach dem Genuß der Serie das Internet noch ein wenig zu durchstöbern, um sich ein eigenes Bild zu machen. Wikipedia ist ein guter Start.

Der Strafverteidiger als Sexsymbol

Manch Strafverteidiger blickt sicherlich neidisch auf die US-Kollegen Strang und Buting, die Avery in dem Mordfall vertreten. Denn diese haben es durch die Serie zu größter Bekanntheit in den USA gebracht und können sich kaum noch unerkannt im Land bewegen. Sie werden im Internet sogar schon als Sexsymbole vergöttert.

Vielleicht lässt der Neid aber ein wenig nach, wenn man die andere Seite der Medaille kennt: Die beiden Anwälte sind die Hauptanlaufstelle für tausende E-Mails und Hinweise nicht nur von Groupies, sondern auch von Hobby-Ermittlern, Verschwörungstheoretikern und sogar Wissenschaftlern, die auf Entlastungsmöglichkeiten für Avery hinweisen.

Fazit

5/5 Sterne gibt es von mir. Gut möglich, dass es “die” Serie des Jahres wird.