Strafgericht in London verurteilt zwei Juroren zu Freiheitsstrafen

Das Recherchieren eines Falles im Internet ist eine der "Todsünden" die ein Juror begehen kann, aber in der heutigen Zeit kaum zu verhindern.

Das Recherchieren eines Falles im Internet ist eine der "Todsünden" die ein Juror begehen kann, aber in der heutigen Zeit kaum zu verhindern.

In London wurden vor wenigen Tagen zwei Juroren wegen Missachtung des Gerichts zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Deborah Dean war im Herbst 2014 Teil einer Jury im Prozess gegen fünf Angeklagte, die sich wegen verschiedenen Sexualdelikten und Menschenhandel strafrechtlich verantworten mussten.

Dean schrieb nach dem Prozess Briefe an zwei der Verurteilten, in denen sie auch geheime Details über die Erwägungen der Jury verriet. Ihr Fehlverhalten, das als “contempt of court” (Missachtung des Gerichts) gewertet wurde, führte dazu, dass gegen sie eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, verhängt wurde.

James Smith wurde zu einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten verurteilt, ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss er eine Geldstrafe von 900 Pfund zahlen. Der Grund: Entgegen den ausdrücklichen Anordnungen des Richters recherchierte er als Juror im Internet über einen Fall, in dem er als Juror entscheiden musste. Über seine “Rechercheergebnisse” sprach er mit anderen Juroren. Ein unbefangenes Urteil war damit in Gefahr und der Strafprozess scheiterte. Das Ergebnis: rund 80.000 Pfund verschwendete Steuergelder.

Mehr Details über beide Fälle gibt es bei gov.uk.

Auf dieser Seite der “englischen Staatsanwaltschaft” können Sie zudem mehr über die (strafbewehrten) Verhaltenspflichten von Juroren erfahren.