Stefan Arzberger wieder ein freier Mann

Stefan Arzberger saß über ein Jahr lang in New York fest und musste sich in dem mysteriösen Fall gegen den Mordvorwurf verteidigen.

Stefan Arzberger saß über ein Jahr lang in New York fest und musste sich in dem mysteriösen Fall gegen den Mordvorwurf verteidigen.

Mein Artikel über den Fall Stefan Arzberger ist einer der Dauerbrenner im Strafjournal. Daher dürfte es einige Leser interessieren, dass es nun eine - aus der Sicht des Violinisten positive - Wende in dem Fall gab.

Kein Prozess - Arzberger darf ausreisen

Strafprozess beendet

Zuletzt hieß es auf der Webseite der Unterstützer von Arzberger, dass der Stargeiger seine nächste Anhörung erst im August erwarte. Jetzt die überraschende Neuigkeit.

Der Leipziger ist seit Mittwoch “off the hook”, wie ein Amerikaner wohl sagen würde. In einer der unzähligen Anhörungen in dem Fall gab es vor Gericht endlich den Durchbruch. Das Strafverfahren gegen den Geiger wird eingestellt. Der 43-Jährige darf die USA endlich verlassen und in die Arme seiner Familie und Freunde zurückkehren.

Arzberger erzielt einen vorteilhaften Deal

Es kam tatsächlich zu einem “Deal”, also einer Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und dem Geiger. Er bekannte sich wegen einer Bagatelle für schuldig und gestand, eine einfache Tätlichkeit ohne Tatvorsatz begangen zu haben. Im Gegenzug gab es die Einstellung hinsichtlich des Mordvorwurfs.

Nüchtern gesehen ein voller Erfolg, denn Stefan Arzberger kommt ohne Strafe davon. Im Falle einer Verurteilung hätte ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu 25 Jahren gedroht. Das Abkommen dürfte dadurch erleichtert worden sein, dass das Opfer damit einverstanden war, dass Arzberger keine Geld- oder Freiheitsstrafe bekommt.

Was Arzberger selbst dazu sagt, dass er sich jedenfalls hinsichtlich dieses Vergehens für schuldig bekennen musste, ist bislang nicht bekannt.

Was erwartet Arzberger jetzt?

Zivilprozess läuft weiter

Ungeachtet dass der Strafprozess jetzt abgewickelt wurde, muss sich Arzberger aber nach wie vor noch gegen die Schadensersatzklage wehren, die das Opfer in einem Zivilprozess gegen ihn führt. Pam Robinson fordert darin unglaubliche 20 Millionen US-Dollar Schadensersatz wegen der “Nacktwürge-Attacke”, wie die Boulevardpresse den Fall nennt.

Rückkehr nach Deutschland

Arzberger, der über ein Jahr in New York festsaß, wird nun zu seinen Freunden und seiner Familie zurückkehren und seinen zahlreichen Unterstützern persönlich danken können.

Seine Ausreise wird gegen Ende Juli erwartet. Mehr zu seinen Plänen kann man in diesem Interview nachlesen.

Was ist passiert?

Über den Fall habe ich ausführlich an dieser Stelle berichtet. Hier in Kürze die Zusammenfassung des bizarren Falles:

Während einer Reise in die USA wurde Arzberger, der sich selbst übrigens nicht als “Stargeiger” sieht, im Frühjahr 2015 festgenommen. Der Vorwurf: Der Geiger soll eine Frau in einem Hotel beinahe zu Tode gewürgt haben. Der ehemalige Geiger des Leipziger Streichquartetts wies die Vorwürfe zurück. Er habe einen Blackout gehabt und könne sich an die Tat nicht erinnern. Es stellte sich die Frage, ob ihm von einer Prostituierten KO-Tropfen verabreicht wurden.

Mehr zum Ende des Strafprozesses kann beim MDR nachgelesen werden.