Hörte Jury-Mitglied Musik während Beweisaufnahme im Mordprozess?

Unter einem Hidschab wie diesem soll die junge Frau ihren MP3-Player versteckt haben.

Unter einem Hidschab wie diesem soll die junge Frau ihren MP3-Player versteckt haben.

Das Fehlverhalten von Juroren ist Gegenstand zahlreicher kurioser Fälle. Mitunter äußerst unterhaltsam und Beweis dafür, dass unser System ohne Geschworene auch seine Vorteile haben kann.

Zufällig bin ich bei Recherchen auf einen etwas älteren Fall gestoßen, bei dem einer Jurorin vorgeworfen wurde, während einem Mordprozess mit ihrem MP3-Player Musik gehört zu haben. Besonders pfiffig dabei: Sie soll ihr musikalisches Erlebnis getarnt haben, indem sie die Ohrstöpsel unter ihrem Hidschab (“hijab”) verbarg. Clever und ziemlich dreist!

Auch sonst nimmt die junge Frau ihren “Dienst” für die Gemeinschaft anscheinend nicht so ernst. Sie hatte laut BBC wiederholt versucht, sich davor zu drücken, Teil einer Jury zu werden. Außerdem soll sie oft zu spät und allgemein völlig uninteressiert an dem Gerichtsprozess gewesen sein und die Beweisaufnahme, nennen wir es mal “eher passiv”, verfolgt haben.

Die junge Frau konnte aber nicht strafrechtlich belangt werden, obwohl natürlich der Vorwurf “contempt of court” - Missachtung des Gerichts - im Raum stand. Die Beweislage war anscheinend doch zu dünn, um eine Verurteilung zu ermöglichen. Die Jurorin wurde daher freigesprochen.

Dabei meinte der Verteidiger des in dem Mordprozess Angeklagten, ein Kabel unter ihrem Kopftuch gesehen zu haben. Auch der Richter glaubte, blecherne Musik gehört zu haben.

Mehr zu dem Fall bei BBC News und Sky News.