Mordfall Nara-Michael aus dem Jahr 1985: saß über 30 Jahre ein Unschuldiger?

Saß über 30 Jahre ein Unschuldiger in der geschlossenen Psyichatrie?

Saß über 30 Jahre ein Unschuldiger in der geschlossenen Psyichatrie?

Bislang dachte man, dass es sich bei dem 1985 begangenem Mord an dem 7-Jährigen gelöst sei. Seit Februar ist der wegen der Tat Verurteilte aber wieder auf freiem Fuß. Er saß seit 1986 in der Psychiatrie. Medien sprechen bereits von einem “neuen Fall Mollath”.

Als Täter war 1985 schnell der damals 21 Jahre alte, geistig behinderte Dirk K. ausgemacht. Er soll den Jungen in der Nähe eines Spielplatzes abgefangen, sexuell missbraucht und erwürgt haben. Dies soll Dirk K. in Vernehmungen gestanden haben. Er passte ins Bild, soll sich in der Vergangenheit angeblich schon anderen Kindern sexuell genähert haben (siehe hier).

Obwohl er sein Geständnis nicht mehr bestätigte, wurde er im Jahr 1986 vom Landgericht Essen als Täter erachtet. Wegen seiner mangelnden Schuldunfähigkeit kam er deshalb in die Psychiatrie. Hier wurde er als gefährlicher Sexualstraftäter behandelt. Diese Maßregel wurde bis vor kurzem aufrechterhalten.

Bereits 1997 soll sich ein Rechtsanwalt gemeldet haben, dass sein Mandant die Tat gestanden habe. Sollte sich dies bestätigen würde es bedeuten, dass Dirk K. nicht der Täter war. Das Geständnis erschien den Ermittlern aber zu weit hergeholt. Sie glaubten weiterhin, mit Dirk K. den Richtigen gefunden zu haben.

Im Jahr 2013 wurde jedoch durch den neuen Strafverteidiger von Dirk K. die Wiederaufnahme des Verfahrens angestrengt um das Geständnis des möglichen anderen Täters neu zu bewerten. Das Landgericht Dortmund hatte den Wiederaufnahmeantrag zunächst als unzulässig verworfen. Eine sofortige Beschwerde gegen diesen Beschluss hatte aber Erfolg: Das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass der Wiederaufnahmeantrag zulässig sei.

Nun muss das Landgericht Dortmund sich erneut mit der Sache beschäftigen. Die 39. Strafkammer ordnete die vorzeitige Entlassung von Dirk K. aus der Maßregelvollzugsanstalt an, wie in einer Pressemeldung vom 2. Februar 2016 mitgeteilt wurde.