Haftstrafe für den Kölner Raser Arman J. wegen Tötung eines Radfahrers

Kam der Raser von Köln mit fahrlässiger Tötung zu billig davon?

Kam der Raser von Köln mit fahrlässiger Tötung zu billig davon?

Die Raserdelikte und illegalen Autorennen sind ständig ein Thema hier im Strafjournal, was auch die Leserzahlen für diese Beiträge reflektieren. Den Grundstein dafür habe ich in meinem Beitrag über das Autorennen in Berlin gelegt. Darin wir umfassend die Möglichkeit erörtert, in diesen Fällen den Tötungsvorsatz zu bejahen und eine Strafbarkeit wegen Totschlag (bzw. versuchtem Totschlag) anzunehmen.

Nun gab es schon wieder ein Urteil in einem Raserfall. Das Landgericht (LG) Köln verhängte eine Freiheitsstrafe gegen den BWL-Studenten.

Mit mehr als 109 km/h raste der offenbar durchgeknallte Fahrzeugführer “Arman J.” auf die Ampel zu. Er verlor die Kontrolle, verursachte einen schweren Unfall und erfasste einen Radfahrer. Dieser kam ums Leben. Ein Raserdelikt wie es scheinbar inzwischen häufiger auf deutschen Straßen stattfindet.

Mit zwei Jahren und neun Monaten kam der Raser in den Augen vieler Bürger zu billig davon. Darauf lassen Kommentare in den sozialen Medien schließen. Für fahrlässige Tötung und die vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs allerdings ein durchaus ein “härteres” Urteil. Das ist wohl auch der fehlenden Einsicht des Rasers geschuldet. Dieser versuchte die Schuld auf andere Verkehrsteilnehmer abzuwälzen und zeigte vor Gericht die Tendenz, sein Fehlverhalten kleinzureden. Die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer höheren Strafe blieb allerdings unerfüllt. Sie wollte dreieinhalb Jahre Haft.

Siehe Stern.de und Faz.net.

Der letzte vergleichbare Fall ist erst rund eine Woche alt, siehe hierzu den Blick über den Tellerrand in der 13. Ausgabe.