Den "Grim Sleeper" Mörder erwartet die Todesstrafe

Lonnie David Franklin Jr. hat nach Ansicht von Ermittlern weit mehr als die zehn Morde begangen, für die er nun möglicherweise die Todesstrafe bekommt.

Lonnie David Franklin Jr. hat nach Ansicht von Ermittlern weit mehr als die zehn Morde begangen, für die er nun möglicherweise die Todesstrafe bekommt.

Lonnie David Franklin Jr. wurde am 5. Mai 2016 von einer Jury für schuldig befunden, zehn Morde und einen versuchten Mord begangen zu haben. Den “Grim Sleeper” Serienmörder erwartet nun wegen der über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg begangenen Straftaten möglicherweise die Todesstrafe.

Zehn Morde und ein versuchter Mord

Von August 1984 bis Januar 2007

Die Straftaten fallen auf den Zeitraum vom August 1984 bis zum Januar 2007. Aufgrund der erdrückenden Beweislage war die Jury sich sicher, dass der auf “nicht schuldig” plädierende 63-Jährige neun Frauen und ein 15-jähriges Mädchen ermordet hat. Hinzu kommt ein versuchter Mord, bei dem das Opfer dem Tod nur knapp entkommen ist.

Der Serientäter blieb seinem Schema treu

Die schwarzen Opfer stammen alle aus dem Süden von Los Angeles (L.A.). Sie kamen aus einem schwierigen sozialen Umfeld, waren jung und hatten Drogenprobleme. Einige von ihnen gingen anschaffen, um ihre Drogensucht befriedigen zu können.

Der Mechaniker und frühere Müllmann schoss den meisten seiner Opfer in die Brust. Danach entsorgte er die ausgezogenen Leichen unter Müllbergen in den Gassen von L.A. Einige der Frauen vergewaltigte er vor der Tötung.

Beweislage erdrückend

Franklin schwieg während des Strafprozesses. Allerdings bestand für die Jury kein Zweifel, dass er die Tat begangen hatte.

Ausschlaggebend waren die Indizien, die seine Täterschaft in allen Fällen ausreichend belegten. DNA-Spuren und/oder ballistische Spuren brachten ihn mit allen Mordfällen in Verbindung.

Kurios: Die Polizei von L.A. (LAPD) kam während den Ermittlungen an seine DNA indem sie nach einem Abstecher des mutmaßlichen Täters in einem Fastfood-Restaurant ein halb aufgegessenes Stück Pizza, eine Gabel und Servietten und dadurch seine daran befindlichen DNA-Spuren sicherstellen konnte.

Außerdem konnte die Staatsanwaltschaft Enietra Washington als Zeugin aufrufen. Die Frau ist die derzeit einzig bekannte Überlebende des Grim Sleeper Mörders. Er schoss auch ihr in die Brust, vergewaltigte sie und warf sie aus dem Auto. Dennoch überlebte sie und konnte ihre brutale, 30 Jahre zurückliegende Geschichte vor der Jury ausbreiten.

Die Staatsanwaltschaft zeigte während des Prozesses schockierende Bilder der Opfer, die auf die im Gerichtssaal anwesenden Juroren und Familienangehörigen wirkten. Viele brachen in Tränen aus angesichts der grausamen Details, die vor ihnen ausgebreitet wurden.

Staatsanwaltschaft will die Todesstrafe

Szenen welche der Staatsanwaltschaft in die Karten spielen. Sie will die Todesstrafe. Nachdem der “Grim Sleeper” von der Jury für schuldig befunden wurde, wird nun über die Strafe für den Serienmörder entschieden. Es gibt nur zwei Optionen: lebenslange Freiheitsstrafe oder die Todesstrafe. Es wird damit gerechnet, dass im Juni entschieden wird, welche Strafe Franklin erwartet.

Wie der “Grim Sleeper” zu seinem Namen kam - und was daran nicht stimmt

Entstehung des Grim-Sleeper-Mythos

Die LA Times erklärt, wie Franklin zu seinem Spitznamen “Grim Sleeper” (”grauenvoller Schläfer”) kam. Hintergrund ist die vermeintlich lange Zeit, in der er scheinbar keinen Mord beging. Denn schaut man sich die angeklagten Fälle an welche Gegenstand des Strafprozesses waren, offenbart sich auf den ersten Blick eine Lücke von mehr als 14 Jahren zwischen den Morden.

Die Realität dürfte weitaus schlimmer sein

Tatsächlich ist das aber mit großer Wahrscheinlichkeit falsch. Ermittler gehen vielmehr davon aus, dass er weitaus mehr Morde begangen hat. Franklin wird mit mindestens 25 Morden in Verbindung gebracht, von denen 11 in die angebliche Ruhephase fallen.

"I don't think he stopped killing" LAPD Detective Daryn Dupree, via LA Times

Die Staatsanwaltschaft entschied sich aber bewusst dafür, den Serientäter nicht wegen weiterer Mordfälle anzuklagen. Diese hätten den Strafprozess unnötig in die Länge gezogen ohne nach der Einschätzung der Staatsanwälte zu einer härteren Strafe zu führen. Die Opferfamilien sollen damit einverstanden gewesen sein.

Ermittler gehen davon aus, dass weitere Fälle ans Licht kommen

Ermittler fanden über 1.000 Opfer und hunderte Stunden an Videomaterial in Franklins Zuhause. Sie zeigen Frauen, viele von ihnen nackt und in sexuellen Posen. Viele von ihnen wirken auf dem Bildmaterial als wären sie bewusstlos.

Die Polizei von Los Angeles versucht weiter, einige der abgebildeten Frauen zu identifizieren. Die Identitäten von 35 Frauen konnten bislang nicht ermittelt werden. Die Strafverfolgungsbehörden erreichen beinahe täglich neue Anrufe wegen zurückliegender Mordfälle und möglicher Opfer. Sie gehen davon aus, dass dies in den nächsten Jahren so weiter gehen wird.

Zusammenfassung

In einigen Wochen wird klar sein, ob der “Grim Sleeper” genannte Serienmörder Lonnie David Franklin Jr. die Todesstrafe bekommen wird. Er hat mindestens zehn Morde begangen. Die Ermittler vermuten aber, dass die Zahl der Opfer weitaus größer ist.

Kurzer Bericht über das Strafverfahren gegen den Grim Sleeper Killer.