Kommentar zum Urteil im Fall Lohfink

Der Strafprozess gegen gina-Lisa Lohfink ist (vorerst) beendet. Es bleibt die Möglichkeit der Berufung. Und ein Scherbenhaufen.

Der Strafprozess gegen gina-Lisa Lohfink ist (vorerst) beendet. Es bleibt die Möglichkeit der Berufung. Und ein Scherbenhaufen.

Auch nach der gestrigen Verurteilung von Gina-Lisa Lohfink erregt der Fall noch die Gemüter. “Das Urteil ist ein Skandal” urteilt einer, der im Gerichtssaal saß: Lohfinks Verteidiger Benecken. Die Sprache des Gerichts hingegen fiel unzweideutig aus: die Vergewaltigungsvorwürfe seien “in Gänze widerlegt”. (Mehr zum Ausgang des Prozesses in der LTO).

Aus strafrechtlicher Sicht interessant sind die Einzelheiten zur Höhe der Geldstrafe. Lohfink dürfte mit 80 Tagessätzen zu je 250 € noch glimpflich davongekokmmen sein. Aber wie immer gilt: Die unmittelbar am Prozess Beteiligten wissen aufgrund der Aktenlage und der mündlichen Verhandlung mehr. Daraus folgt: Von außen sollte man sich einigermaßen mit einer Bewertung zurück halten.

Es gab in dem Strafprozess gegen Lohfink nur “hopp” oder “top”. Was bleibt ist - neben der Möglichkeit einer Berufung - ein extrem fader Nachgeschmack. Das war nicht anders zu erwarten. Der Fall Lohfink kannte von Anfang an nur Verlierer.

Aufgrund der hysterischen Berichterstattungen im Rahmen der “Nein heißt nein”-Debatte wurde alles kurzerhand in einen Topf geworfen und der Fall vor manchen “Karren” gespannt. Das Urteil ist auch eine Mahnung an Berichterstatter, Beobachter, Medien und Hetzer.

Für viele (und natürlich: tatsächliche) Opfer sexueller Gewalt bleibt am Schluss nur noch die “message”, dass man ein hohes Risiko geht wenn man Anzeige erstattet. Das ist meines Erachtens der größte im Fall Lohfink entstandene Schaden.