Fahrlässige Brandstiftung und der richtige Umgang mit dem Grill

BBQ und Grillen - Finger weg von Brandbeschleunigern und die Asche richtig entsorgen. Das ist schon die halbe Miete. Sonst droht im schlimmsten Fall eine Strafbarkeit wegen fahrlässiger Brandstiftung.

BBQ und Grillen - Finger weg von Brandbeschleunigern und die Asche richtig entsorgen. Das ist schon die halbe Miete. Sonst droht im schlimmsten Fall eine Strafbarkeit wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Der Wetterbericht ist hervorragend, die Laune ebenfalls. Es werden diverse Botenstoffe ausgeschüttet. Der Hochsommer ist im Anmarsch! Die besagten Botenstoffe führen aber nicht nur zu guter Laune, sondern - verstärkt beim männlichen Geschlecht - zu dem spontanen Bedürfnis ein Feuer zu machen. Also werden schnell marinierter Schweinenacken (bei Kennern auch als “Schlammpackung” bekannt), Bier und Würstchen besorgt. Die Zubereitung am heimischen Grill ist doch scheinbar ein Kinderspiel.

Wenn es um den richtigen Umgang mit dem Feuer geht, offenbart aber mancher Grillfreund Schwächen. Dann wird aus einer Unachtsamkeit schnell eine Straftat: fahrlässige Brandstiftung.

“Wer braucht schon einen Anzündkamin? Spiritus geht genauso schnell!”

Beliebte Anzündmethoden

Es wird Zeit für ein Geständnis. Ich habe es auch schon getan. Mit Spiritus. Das liegt aber schon lange zurück. Vor meinem Jurastudium. Damals war es noch “in”, den Grill mit dem brennbaren Stoff anzufeuern.

Manche “Experten” bevorzugen dagegen andere Mittelchen aus der Kategorie der Brandbeschleuniger. Benzin, Petroleum, Alkohol oder Lampenöl sollen ebenfalls buchstäblich heiße Tipps sein, um die Grillkohle schneller heiß zu bekommen.

All diese Methoden haben aber nicht nur einen Haken. Sie verderben den Geschmack, denn die Dämpfe können auf das kostbare Grillgut übergehen. Und sie sind buchstäblich brandgefährlich.

Nach dem Feuer ist vor dem Feuer

Auf Platz 1 der fahrlässigen Handlungen dürfte übrigens nicht das Anfeuern oder gar das Grillen selbst stehen. Nein, die Entsorgung der Asche und übrigen Kohle dürfte für die meisten Brände sorgen. Diese gehört natürlich erst dann in die Tonne, wenn sie vollkommen erkaltet ist!

Fahrlässige Brandstiftung

Ein Beispiel aus der Praxis

Wer mit dem Gedanken spielt, eine der obigen Methoden einzusetzen, der denkt zugleich darüber nach, die Tathandlung einer Straftat zu begehen.

So gab es beispielsweise saftige Geldstrafen für die zwei Männer aus dem Kreis Oldenburg, die Spiritus auf die glühenden Kohlen kippten und dadurch einen Großbrand verursachten. Bei dem Wohnhausbrand entstand ein Schaden von 360.000 €. Das Gericht sah - wenig überraschend - eine fahrlässige Brandstiftung in dem Verhalten der Männer.

Strafbarkeit der fahrlässigen Brandstiftung

Von dem Straftatbestand der fahrlässigen Brandstiftung haben viele Laien vermutlich noch nie gehört. Das Strafgesetzbuch (StGB) regelt diese in § 306d StGB. Die Strafandrohung: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

Vom richtigen Umgang mit der Kohle

Wer mehr zum richtigen Umgang mit Grill und Kohle erfahren möchte, erhält hier ein paar Lesetipps: