Haftstrafen wegen mafiösem Drogenhandel in der JVA Heilbronn

Nach 122 Verhandlungstagen wurden vom Landgericht (LG) Heilbronn elf Mitglieder eines Drogenrings verurteilt.1 Die Drahtzieher der Bande bekamen eine Freiheitsstrafe von 9 Jahren. Die Männer organisierten sich in einer mafiös strukturierten Bande. Gedealt wurde in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn. Ein Sprecher des Justizministeriums bezeichnete den Fall als “in seiner Dimension [...] außergewöhnlich”.

Die Organisation, die sich selbst “Bruderschaft” nannte, dealte im Gefängnis unter anderem mit Heroin, Marihuana und Haschisch. Das Geschäftsmodell bestand im Wesentlichen daraus, die Drogen in den Knast zu schmuggeln und sie dort an Häftlinge zu verkaufen.

Die Betäubungsmittel wurden auf verschiedensten Wegen geschmuggelt. In der Unterwäsche von Besucherinnen. In Schuhen. Sogar im Darm eines Häftlings, dessen Dialyse behandelt wurde.

Verstehe ich die Medienberichte zu dem Fall richtig, muss die Mafia-ähnliche Organisation einen russischen Einschlag gehabt haben. Darauf deuteten die verwendete Geheimsprache und eine straffe innere Organisation mit strengen Verhaltensregeln hin.

Mehr Informationen zu dem Strafprozess bei Beck Online und SWR.de


  1. Urteil vom 27. Juni 2016, Az. 3 KLs 63 Js 20334/12