Der demente Juror

Trotz Alzheimer-Juror kann ein Urteil Bestand haben. Zu diesem Ergebnis kam jedenfalls ein Richter in den USA.

Trotz Alzheimer-Juror kann ein Urteil Bestand haben. Zu diesem Ergebnis kam jedenfalls ein Richter in den USA.

Man kann sicherlich viel Schlechtes über das deutsche Rechtssystem sagen. Aber dass man sich nicht noch mit Juroren herumschlagen muss, dürfte das Leben sicherlich leichter machen. Der Fall um den es heute gehen soll, spricht allerdings gar nicht unbedingt gegen das Jury-System insgesamt.

Zuerst das Urteil...

Demnach wurde in Connecticut einem LKW-Fahrer per Urteil unter Mitwirkung einer Jury eine Entschädigung von $225,000 US-Dollar zugesprochen. Der Fahrer hatte allen Grund, danach die Korken knallen zu lassen.

...dann die verwirrte Jurorin

Die Freude hielt allerdings nicht lange. Denn einen Tag nach der Urteilsverkündung suchte eine Jurorin wieder das Gerichtsgebäude auf. Sie äußerte etwas verwirrt, dass sie bereits sei, mit ihrer Aufgabe - den “deliberations”, d.h. Überlegungen und Abwägungen - fortzufahren. Man kann sich gut vorstellen, welche Fragezeichen der Richter im Gesicht gehabt haben muss, als er diesen Satz hörte.

Es kommt aber noch “besser”: Als die Frau erfuhr, dass bereits ein Urteil gefällt wurde, schrieb sie ans Gericht, dass sie sich weder an die Beratungen mit den anderen Juroren, noch an das Urteil erinnern könne. Die Frau gab zudem bekannt, dass sie sich ärztlich untersuchen lassen wolle, da auch ihre Mutter früh von der Alzheimer-Krankheit heimgesucht wurde.

Die Konsequenz: keine

Also wurde nun gestritten, ob das Urteil vor diesem Hintergrund überhaupt Bestand haben könne. Der Richter war der Ansicht: ja! Die Begründung, die so nur von einem Juristen kommen kann: Die Tatsache, dass sich ein Juror nicht an die jeweiligen Prozesse der Entscheidungsfindung erinnern könne, zeugt nicht notwendigerweise davon, dass die Vorgänge nicht im Einklang mit der Rechtsordnung abliefen.