BMW Bumper Detect und die Fahrerflucht

Kürzlich erschien im ADAC Blog eine interessante Meldung über eine Technologie, die auf das unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (auch geläufig als "Fahrerflucht") abzielt. Die Aktivierung von Fahrzeugsensoren soll verhindern, dass der Schädiger unerkannt entkommt. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier. Außerdem: Was Sie als Unfallbeteiligter selbst tun müssen, um sich nicht wegen “Fahrerflucht” strafbar zu machen.

Neue BMW-Technologie

Die Technologie sieht genial aus und wird in einem offiziellen Video so dargestellt:

m Video wird die Technologie anhand eines Diebstahlversuchs an einem BMW i3 gezeigt. Der Halter hat seinen BMW geparkt und entfernt sich. In der Zwischenzeit registrieren Sensoren, dass von außen auf das Fahrzeug eingewirkt wird. Per app wird der Halter darüber informiert. Die ganzen Vorteile der Technologie sind sehr gut im ADAC Blog beschrieben. So lässt sich bei einer Kollission z.B. die Bordkamera aktivieren und ein Bild vom Schädiger aufzeichnen!

Wie man dem Vorwurf der Fahrerflucht sicher entgeht

Bleibt nur zu hoffen, dass es die Technologie schnell in die Serienproduktion schafft. Und dass die anderen Autohersteller zügig nachziehen. BMW schweigt sich übrigens dazu aus, wann bumper detect auf den Markt kommt - bis dahin sind wir also noch auf die Moral unserer Mitmenschen angewiesen.

Riskant: Der Zettel hinter der Windschutzscheibe

Wie viele Autofahrer schon leidvoll erfahren mussten, ist nicht jeder so nett, einen Schaden zu melden. Viele Schädiger meinen es gut und hinterlassen einen Zettel mit ihren Kontaktdaten am beschädigten Fahrzeug. Aber: Auch wenn mancher Geschädigte dafür dankbar ist: der bloße Zettel hinter der Windschutzscheibe ist sehr riskant!

Was das Strafgesetzbuch verlangt

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist in § 142 StGB geregelt. Demnach macht sich strafbar, wer nicht durch seine Anwesenheit (!) insb. Feststellungen zu seiner Person und zum Hergang ermöglicht. Der Zettel reicht also im Regelfall nicht!

Erst nach dem Verstreichen einer "angemessenen Zeit" ist es erlaubt, sich zu entfernen. Dies setzt aber voraus, dass man die Feststellungen nachträglich möglich macht. Dazu genügt eine Mitteilung an eine nahe gelegene Polizeidienststelle. Dies ist die sicherste Variante. Wer nur einen Zettel hinterlässt, bewegt sich daher auf dünnem Eis.

Was ist eine “angemessene Wartezeit”?

Was als Wartezeit "angemessen" ist, sagt das Gesetz nicht. Leider gibt es dazu auch keine allgemeingültige Angabe. Auch wenn manchmal von einer Faustregel von 30 Minuten Wartezeit zu lesen ist.

Bei Minus zwanzig Grad um 2 Uhr nachts gilt natürlich eine kürzere Wartezeit als tagsüber im Frühjahr. Auch das Ausmaß des Schadens spielt eine Rolle. Wer einen Totalschaden verursacht, wird länger warten müssen als derjenige, der die Stoßstange zerkratzt.

=> Alles ist eine Frage des Einzelfalls. Daher sollte lieber zu lange als zu kurz gewartet werden.

Wie macht man es richtig?

Richtigerweise sollte man daher so vorgehen, falls man selbst einmal ein anderes Auto beschädigt hat:

  1. An der Unfallstelle auf den Geschädigten warten, warten, warten.

  2. Wenn das Warten absolut nicht mehr zumutbar ist und unangemessen wird: Benachrichtigen Sie eine naheglegene Polizeidienststelle.

Fazit

"Fahrerflucht" wird es auch in Zukunft geben. Aber die Ermittlung des Täters wird dank bahnbrechender Innovationen endlich leichter. Wer selbst Unfallbeteiligter ist, sollte es sich nicht leicht machen und nur einen Zettel hinter der Windschutzscheibe zu hinterlassen. Sonst macht man sich unter Umständen strafbar. Warten ist das Gebot der Stunde.