Alkohol am Steuer: Promille-Grenzen

Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer treiben beim Abendessen mitunter unangenehme Fragen um: Geht das zweite Glas Bier (Wein) noch? Und überhaupt, welche Promille-Grenze gilt in Deutschland? Waren es 0,8 Promille? Oder doch 0,5? Als Verkehrsteilnehmer sollten Sie zumindest die wichtigsten Grenzwerte kennen.

Diese Fragen haben aber noch eine schwerwiegendere Dimension. Laut dem Statistischen Bundesamt gab es im Jahr 2014 ca. 13.000 Unfälle mit Personenschaden, in denen Alkoholeinfluss bei Fehlverhalten des Fahrzeugführers ursächlich war.

Ein Glas zu viel kann außer dem Kater noch andere Konsequenzen haben

Ein Glas zu viel kann außer dem Kater noch andere Konsequenzen haben

Die wichtigsten Promille-Grenzen für Kraftfahrzeugfahrer

0,3-Promille-Grenze + alkoholbedingte Ausfallerscheinungen

Eine Blutalkoholkonzentration (sog. "BAK") von 0,3 Promille alleine ist für Autofahrer & Co. grundsätzlich noch zulässig (anders bei Fahranfängern, siehe unten). Das Blatt kann sich aber schnell wenden, wenn alkoholbedingte Ausfallerscheinungen hinzukommen. Jetzt macht sich der Fahrer strafbar. Man spricht daher im Zusammenhang mit der 0,3-Promille-Grenze auch von "relativer Fahruntüchtigkeit".

Anzeichen für Alkoholbedingte Ausfallerscheinungen können z.B. sein:

  • Abkommen von der Fahrbahn ohne Grund

  • Schlangenlinien

=> Wer "nur” 0,3 Promille hat und trotzdem sicher fährt, darf weitertrinken.

0,5-Promille-Grenze

Mit einer BAK von 0,5 Promille oder mehr begeht der Fahrer eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen u.a. Geldbuße, Punkte und Fahrverbot. Ältere Fahrer können sich vielleicht auch noch an eine 0,8-Promille-Grenze erinnern. Diese wurde aber 2001 durch die strengere 0,5-Promille-Grenze ersetzt. => 0,8 Promille sind nicht mehr aktuell.

1,1-Promille-Grenze

Liegt beim Fahrer eine Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille oder mehr vor (sog. "absolute Fahruntüchtigkeit"), macht er sich strafbar. Dabei kommt es nicht mehr auf alkoholbedingte Ausfallerscheinungen an. Es ist also egal, ob der Fahrer noch in der Lage ist, sicher zu fahren (z.B. ist ein Gewohnheitstrinker oft noch in der Lage, sicher zu fahren. Das spielt aber keine Rolle mehr bei 1,1 Promille).

Sonderfälle und Ausnahmen

Natürlich gibt es sie auch in diesem Bereich: Sonderfälle und Ausnahmen. Es folgen einige Beispiele.

Sonderfall Radfahrer: 1,6-Promille-Grenze

Manch einer soll sich schon “aus Vorsicht” volltrunken auf sein Rad geschwungen haben. In dem Glauben, dass einem “der Lappen nicht weggenommen darf”. Dies ist ein weit verbreiteter Irrtum. Natürlich gibt es auch für Radfahrer eine Begrenzung! Allerdings gilt für die Strafbarkeit des Radfahrers statt der 1,1-Promille-Grenze eine 1,6 Promille-Grenze. Um noch mit einem weiteren Irrglauben aufzuräumen: Radfahrern kann durchaus der “Führerschein weggenommen” werden.

Eine andere Frage ist, ob dieser Grenzwert fundiert ist. Tatsächlich gibt es Untersuchungen, dass Radfahrer auch mit solch einer Alkoholisierung noch sicher fahren können. Es gibt damit Hoffnung für die Trinklustigen, dass die Rechtsprechung eines Tages milder wird.

Sonderfall Fahranfänger: 0,0-Promille-Grenze

Gemäß § 24c StVG gilt eine “0,0-Promille-Grenze” für:

  • die Probezeit, sowie

  • vor Vollendung des 21 Lebensjahres

Weitere Sonderfälle

Es gibt für Sonderfälle weitere Grenzen und sogar völlige Alkoholverbote. Zum Beispiel für:

  • Personenbeförderung

  • Gefahrguttransporte

  • Schienenverkehr

  • Luftfahrt

  • Schifffahrt

Fazit

Autofahrer sollten die wichtigsten Promille-Grenzwerte kennen. Ab 0,3 Promille kann es schon gefährlich werden. Definitiv außerhalb des Gesetzes bewegen Sie sich ab 0,5 Promille. Eine grobe Hilfe bei der gemütlichen Bierrunde können Promille-Rechner wie der von “kenn dein limit” geben.