Alarmierende Nachrichten zu Genitalverstümmelungen aus England und Ägypten

Genitalverstümmelungen bei Frauen werden weltweit auch als "FGM"(Female Genital Mutilation)  bezeichnet.

Genitalverstümmelungen bei Frauen werden weltweit auch als "FGM"(Female Genital Mutilation)  bezeichnet.

Es ist noch nicht einmal eine Woche her als der erste Strafjournal-Artikel über Genitalverstümmelungen erschien. Da mich zwei neue Nachrichten zu dem Thema ereilt haben, schien mir ein follow-up unausweichlich.

Ägyptische Teenagerin stirbt während Genitalverstümmelung

Wie CNN berichtet, starb eine 17-Jährige in Ägypten an den Komplikationen die eine Beschneidung verursachte. Bei dem Eingriff wurde dem Mädchen die Klitoris entfernt.

Die Eltern scheinen gut betucht zu sein, da die Operation in einer Privatklinik von einem Arzt und unter Betäubung durchgeführt wurde. Mayer Mohamed Mousa überlebte dennoch nicht. Eine Autopsie ergab, dass sie vermutlich an einem Blutgerinnsel starb.

Genitalverstümmelungen sind seit 2008 in Ägypten verboten, aber werden aber dennoch weiterhin häufig durchgeführt. Meist unter deutlich schlechteren Bedingungen als in dem Fall von Mousa. Eltern wünschen den Eingriff häufig um die jungen Mädchen “zur Ruhe zu bringen” oder um ihre “Reinheit” zu sichern.

Unfassbare 92 Prozent der verheirateten ägyptischen Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sollen laut der Regierung beschnitten sein.

England: 1.200 Genitalverstümmelungen in 3 Monaten

Unterdessen schreibt die britische Zeitung “The Guardian” über besorgniserregende Zahlen aus England. Demnach wurden zwischen Januar 2016 und März 2016 Fälle von Genitalverstümmelungen bei Frauen registriert. Darunter sind auch mehrere Fälle bei denen die FGM im Vereinigten Königreich durchgeführt wurde. Mehr zu der Statistik und welche Fälle erfasst werden kann hier nachgelesen werden.

Genitalverstümmelungen als weltweites Problem

Was ist eine Genitalverstümmelung?

Weibliche Genitalverstümmelungen, auch bekannt als FGM (Female Genital Mutilation) oder weibliche Genitalbeschneidung, ist die Entfernung oder Beschädigung weiblicher Geschlechtsorgane.

Praktiziert werden derartige Eingriffe insbesondere in Afrika und Asien. Sie betreffen vorwiegend junge Frauen und Mädchen, bis hin zum Säuglingsalter.

Die Zahl der Betroffenen ist riesig

Schätzungen zufolge sind global ca. 140 Millionen Mädchen und Frauen betroffen. In Deutschland sollen über 20.000 Frauen leben, die eine Genitalverstümmelung erlitten haben.

Motivation

FGM wird oftmals aus traditionellen Gebräuchen oder religiösen Gründen vorgenommen.

Die Prozedur ist schmerzhaft und führt häufig zu medizinischen Komplikationen wie Infektionen bis hin zum Tod. Darüber hinaus ruft der qualvolle Eingriff in vielen Fällen psychische Probleme hervor.